St. Florin (Florinskirche)
Die Florinskirche zu Koblenz ist eines der schönsten mittelalterlichen Bauwerke am Mittelrhein und zugleich eine der ältesten Kirchen dieser Stadt. Sie beeindruckt durch ihren harmonischen Aufbau, ihre Klarheit und Schlichtheit. Erbaut wurde das Gotteshaus als dreischiffige Basilika anstelle einer ottonischen Saalkirche um 1100 von Bruno Laufen. Der gotische Chor entstand 1350 und steht auf den Resten eines römischen Stadtmauerturmes. Das Hauptschiff erhielt in den Jahren 1582 bis 1614 ein Gewölbe. Nach Kriegsschäden 1688 wurde es in "Trierer Neugotik" nach Plänen von Ravensteyn 1708/11 erneuert. Nach Auflösung des Stiftes 1802 ging der Bau 1808 in Stadtbesitz über. 1818 erwarb die Kirche der preußische König Friedrich Wilhelm der Dritte für die evangelische Militär- und Zivilgemeinde und ließ sie durch Lassaulx wiederherstellen. Nach schweren Schäden im letzten Weltkrieg wurde sie in der heutigen Form mehrmals renoviert.
Zu den Kostbarkeiten im Innern der Kirche zählen die vom Anfang des 14. Jahrhunderts stammenden runden Glasgemälde in den Fenstern des südlichen Seitenschiffs. Ebenfalls aus dieser Zeit stammen die zwei rechten Rechteckbilder im gotischen Fenster der Taufkapelle.
Im Hochchor rechts und links vom Altar sind beachtenswerte Fresken von Januarius Zick (18.Jh.) zu sehen. Sie stellen die Hochzeit zu Kana und die Fußwaschung Christi dar. Nach einem Entwurf von Johann Claudius von Lassaulx entstand das Altarkreuz und das gusseiserne Abschlussgitter der Orgelbühne. Dieses Gitter wurde in der Sayner Hütte hergestellt. Eine neue Orgel erhielt die Kirche im Jahre 2010.
An der Nordseite der Kirche befindet sich das Kapitelhaus auf den letzten 3 noch erhaltenen Jochen des alten Kreuzganges, der 1802 abgerissen wurde. In seinen ältesten Teilen stammt das Kapitelhaus aus der Zeit um 1100 und es dürfte damit das älteste Wohngebäude von Koblenz sein. Im Obergeschoss des Kapitelhauses befindet sich der hemalige Kapitelsaal mit einem bienenkorbartigen offenen Kamin. In diesem Raum steht über einem nicht mehr sichbaren Kreuzigungsbild ein Spruch aus dem 15. Jahrhundert:
"RESPICE MORTALIS PRO TE DATUR HOSTIA TALIS"
(Bedenke Sterblicher, für Dich wurde ein solches Opfer gebracht)
Koblenz-Arenberg, im August 2018
Wilfried Mohr
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